Ulrich Klemens verfasste die Laudatio für Peter van Hekeren
Laudatio Peter van Hekeren
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
am heutigen Abend ist mir eine besonders ehrenvolle Aufgabe übertragen worden.
Ich soll den Mann aus unserem aktiven Vorstand verabschieden, der unter uns allen hier als einziger immer dem Vorstand angehört hat,
also seit 1983 ununterbrochen die Geschicke des Sennestadtvereins entscheidend mit gesteuert hat.
Schnell wird jeder erkannt haben, dass es sich bei dieser Person nur um Peter van Hekeren handeln kann.
Lieber Peter,
fast 29 Jahre lang gehörst Du als Schatzmeister unseres Vereins dem engeren Vorstand an. Wenn ich solche „Dienstzeiten“ in der Zeitung lese, fragt ich mich oft, welche Leute das wohl sein mögen, die so lange einem Verein aktiv treu geblieben sind.
Wenn es sich dabei um einen Angelverein handelt, finde ich schnell eine Antwort:
  • der Mensch angelt selbst gerne und kann außerdem schreiben und rechnen.
  • Oder er ist aktiv in einem Sportverein, trainiert sich und andere jeweils dem fortschreitenden Alter entsprechend und macht dann auch noch gerne etwas Verwaltungsarbeit.

Immer suche ich nach einem Motiv für das Jahrzehnte währende Engagement.

Bei Dir finde ich ebenfalls ein Motiv: Du wolltest und willst etwas für Sennestadt tun.
Dafür bedarf es keiner speziellen Qualifikation, vielmehr benötigt man eine der ältesten Tugenden unserer Gesellschaft:
ein Verantwortungsgefühl für die Allgemeinheit.
Das antike Athen wird die Wiege der Demokratie genannt. Das griechische Wort „Demokratie“ heißt übersetzt „Volksherrschaft“.
Als Begründung für diese Staatsform führte Aristoteles an, dass der Mensch ein auf seine aktive Teilhabe in der Gesellschaft angelegtes Wesen sei (zoon politikon). Somit muss jeder an der Mitwirkung in der Politik seiner menschlichen Bestimmung nach interessiert sein.
Auch von den Römern, die wir nicht als lupenreine Demokraten bezeichnen können, haben wir mit dem Wort „Republik“ einen zentralen Begriff unserer Gesellschaftsordnung übernommen. Wörtlich übersetzt bedeutet „res publica“ die jeden Bürger angehende Sache.
Auch in Rom also sollte sich jeder Vollbürger um das Staatswesen kümmern. Es ging jeden etwas an, was auch immer im Staat passierte.
Bezogen auf Sennestadt und uns alle hier heißt das nichts anderes, als dass ein jeder und eine jede von uns sich um Sennestadt zu kümmern habe.
Deswegen haben Peter van Hekeren und eine Gruppe weiterer Sennestädter Bürger November 1983 auf Initiative von Horst Thermann den Sennestadtverein gegründet, wie es in der Satzung heißt, mit dem Ziel „der Erhaltung und Gestaltung von Sennestadt und der Pflege des Sennestadtbewusstseins“ wegen, wobei sich der Verein als „Bindeglied für das öffentliche Leben im Stadtbezirk“ bezeichnete, also eine aktive Rolle übernehmen wollte.

Du, lieber Peter, gehörst zu den außergewöhnlichen Personen, die jahrelang dem bürgerlichen Grundsatz der Verantwortung für das Gemeinwesen treu geblieben sind. Dazu gehört neben einem ordentlichen Maß an Standvermögen auch und vor allem die Überzeugung, dass in einer Demokratie nur aktive Teilhabe und verantwortliches Mithandeln den wahren Staatsbürger auszeichnen.

Deswegen beschränkte sich Dein Engagement auch nicht nur auf unseren Verein. Ähnlich tatkräftig und treu hast du im Freundeskreis der DJO oder bei den Dalbker Schützen mitgearbeitet und - für alle sichtbar - bist Du in vorderster Linie in der Kommunalpolitik in Sennestadt als Bezirksvertreter und Bezirksvorsteher tätig gewesen.
Dieses öffentliche Mitwirken und Mitverantworten fand seine höchste Anerkennung durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.
 
Es ist daher leicht zu erkennen, welch stabilisierende Rolle Du in all den Jahren im Vorstand gespielt hast.
Dass der Verein solange Kurs gehalten hat, dass er allgemeine Anerkennung fand und sich nicht parteipolitisch verengte, ist auch Dein Verdienst.
Es gehört zu deinem Wesen, die Dinge, für die Du einmal Verantwortung übernommen hast, so lange wie möglich zu schützen und zu fördern.
Dem Sennestadtverein hat dieser Charakterzug seit 1983 bis heute gut getan.
Uns allen bleibt heute nur, Dir von ganzem Herzen zu danken für Deinen langjährigen Dienst zum Wohle des Sennestadtvereins.
Wir ehren heute aber auch mit Dir eine bürgerliche Haltung und überdauernde Einstellung, ohne die in unserem Verein und in unserer Sennestadt nichts Gutes bewirkt werden konnte und künftig bewirkt werden wird.

Wir wünschen Dir noch viele glückliche Jahre im Kreise Deiner Familie und der vielen Freunde, die Du Dir durch Deinen Einsatz für die Sennestadt erworben hast.

U. K. 27. Januar 2012