Der Sennestadtverein

Vereins-Archiv


November 2003: 20 Jahre Sennestadtverein e.V.

Ein Bericht von Ulrich Schlawig

20 Jahre sind seit der Gründung unseres Sennestadtvereins vergangen. Ein Zeichen dafür, wie schnell die Zeit flieht; aber auch eine Gelegenheit, Rückschau zu halten.
Ich will diesen Rückblick gerne geben, bin ich doch seit Gründung des Vereins bis auf den heutigen Tag aktiv an seiner Entwicklung beteiligt. Ich stütze mich bei meinen Ausführungen auf mein Gedächtnis und auf Protokolle der Vorstandssitzungen und Berichte in unserem Mitteilungs-Blattes „Der Sennestadtverein“.
Beginnen möchte ich mit der Geschichte der Vereinsgründung. Dazu werfen wir einen Blick zurück in das Jahr 1983. Sennestadt war seit 11 Jahren Stadtteil der Stadt Bielefeld. Der Rat der selbstständigen Stadt Sennestadt existierte nicht mehr. Eine Bezirksvertretung hatte nur begrenzte Möglichkeiten bei der Ausgestaltung des öffentlichen Lebens. Dementsprechend groß war die Resignation vieler bis zur Eingemeindung aktiver Mitbürger. Das bürgerschaftliche Engagement war deutlich geringer geworden.

Um dem entgegenzuwirken, ergriff der damalige Bezirksvorsteher Horst Thermann die Initiative und lud im Mai 1983 neun Mitbürger, die in der Vergangenheit im politischen Leben, in der VHS-Arbeit, sowie in verschiedenen Vereinen tätig waren, zu einem Meinungsaustausch ein. Zielrichtung war, zu klären, wie die gute Arbeit in den Jahren der Selbstständigkeit in Sennestadt langfristig gesichert und weitergeführt werden könnte..

Schon bei diesem ersten Treffen standen im Mittelpunkt der Überlegungen Ideen und Aufgaben, die später in der Vereinssatzung festgeschrieben wurden. Ich zitiere die entsprechenden Passagen aus der Satzung:
„Es gilt Überliefertes und Neues sinnvoll zu vereinen, zu pflegen und weiterzuentwickeln und zwar sowohl auf dem Gebiet der Heimatgeschichte und Heimatpflege, unter Einbeziehung landsmannschaftlicher Geschichte und Kultur, als auch der Pflege des Ortsbildes unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung und Gestaltung Sennestadts und der Pflege des Sennestadtbewusstseins. Darüber hinaus soll der Verein ein Bindeglied sein für das öffentliche Leben im Stadtbezirk"

In der Folgezeit fanden weitere Gespräche im Initiativkreis und. mit Sennestädter Vereinen statt. Auf Vorschlag von Herrn Burkamp wurde als Vereinsname „Sennestadtverein“ festgelegt. Es wurde ausdrücklich betont, dass der Verein überparteilich ist und dass auf keinen Fall eine Konkurrenz zu bestehenden Vereinen in Sennestadt angestrebt wird.

Am 7. November 1983 fand die Gründungsversammlung im „ Bürgertreff“ des Sennestadt-Hauses statt. Die Vereinssatzung wurde angenommen und die Mitglieder des Vorstandes gewählt:
  • 1. Vorsitzender Hans Vogt, Beisitzer: Frau Pieper
  • 2. Vorsitzender Ulrich Schlawig, Herr Oberquelle
  • Schatzmeister Peter van Hekeren, Herr Wißmann
  • Schriftführer Günter Tiemann
Der Sennestadtverein hat in den vergangenen Jahren versucht den in der Satzung festgelegten Forderungen mit vielfältigen Aktivitäten gerecht zu werden. Die schon in der Gründungs-Versammlung konstituierten Arbeitskreise geben den Mitgliedern Gelegenheit zu aktiver Mitgestaltung.
  • Der Arbeitskreis Ortsbildpflege (Leitung Herr Eltze) hat sich neben seiner Aufgabe der begleitenden Beratung von Bauplanungen, der Rückbesinnung auf die Leitgedanken zur Sennestadt verschrieben. Er setzt sich ein für den Erhalt der Grundstruktur des städtebaulichen Konzepts der Sennestadt.
  • Ein anderer Arbeitskreis setzt die Arbeit des Sennestadtarchivs fort und sorgt damit für die 
    Pflege eines umfangreichen Stadtteilarchivs (Leitung Herr Zimmermann, Herr Vogel).
  • Die Gruppe Plattdeutsch und Brauchtum (Leitung Herr Vogt, Herr Bornemann) pflegt die niederdeutsche Sprache in Wort und Gesang. Sie befasst sich mit der Heimatgeschichte der Gemeinde Senne II . Sie organisiert neben Pättkesfahrten und Wanderungen auch Tagesfahrten mit dem Bus in die nähere Umgebung. Sie leistet mit ihren Mitgliedern aktive praktische Unterstützung bei vielen Vereinsveranstaltungen. Eine ihrer wichtigsten Aktivitäten ist der alljährliche „Mundartennachmittag“, bei dem Geschichten und „Dönekens“ aus vielen deutschen Landschaften in der jeweils typischen Mundart vorgetragen werden.

Der Sennestadtverein kümmerte sich nicht zuletzt auch um soziale Belange. Er hat die Verwaltung und Verteilung des Erlöses der größten Gemeinschaftsveranstaltung unseres Stadtbezirkes, des Weihnachtsmarktes, übernommen. So konnte in den vergangenen Jahren vielen bedürftigen Mitbürgern geholfen werden. und Sozialeinrichtungen unterstützt werden. Gezielte Hilfe wurde aus diesem Fond auch der internationalen Jugendbegegnung und der Bielefelder Partnerstadt Nowgorod gewährt.

Neben dem Weihnachtsmarkt wird in jedem Jahr ein Osterfeuer in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Sennestadt und der Schützengesellschaft Dalbke und Umgebung abgebrannt. 

Im Folgendem möchte ich in einer Zeittafel von Ereignissen und Aktivitäten berichten, die nach dem Gründungsjahr stattgefunden haben und aufzeigen wie sich der Verein entwickelt hat. Damit soll auch ein Bild gegeben werden von der Vielfältigkeit der Arbeit, so dass man mit Recht sagen kann, der Sennestadtverein ist mehr als ein Heimatverein.

1985 und folgende:  Der Sennestadtverein beteiligt sich mit eigenen Beiträgen am Sennestadtfest, am Sennestädter Herbstfest und an den Sennestädter Spieltagen.
1986  Es erscheint das erste Mitteilungsblatt des Sennestadtvereins. Die Anregung ging von Herrn Seick aus, der auch für viele Jahre die redaktionelle Betreuung übernahm.
1988  Der Arbeitskreis Ortsbildpflege veröffentlicht eine Dokumentation zum Städtebau in Sennestadt (Redaktion: Herr Holst)
1992  Es erscheint eine weitere Publikation des AK Ortsbildpflege: 
„ Historischer Spaziergang durch Sennestadt.“, der an 12 Stationen die typischen städtebaulichen Merkmale und die zugrundeliegenden Planungsgedanken darstellt.
1993  Der Sennestadtrundweg, der rund um den Stadtbezirk führt, wird offiziell genehmigt und ausgeschildert. Die Idee geht zurück auf einen Vorschlag des Herrn Seick .Ein Faltblatt zeigt den Verlauf des Weges und gibt für 35 Stationen Erläuterungen zur Heimatgeschichte. (Autor: Herr Koch)
1994  Der Sennestadtverein feiert mit einem großen Straßenfest in Zusammenarbeit mit vielen Vereinen die Fertigstellung des neuen Zentrums.
1996  Es wird nach Auflösung des Kulturringes auf Anregung von Herrn Thermann ein weiterer AK eingerichtet unter der Bezeichnung „Kulturkreis des Sennestadtvereins“.

Aufgabe dieses Arbeitskreises ist, öffentliche Kulturarbeit für den Stadtbezirk zu leisten. Das Programmangebot gliedert sich in folgende Bereiche

  • Kunstausstellungen (Herr Güse, Herr Thermann),
  • Atelierbesuche (Herr Thermann, Frau Bischinger)
  • Kunsthistorische Studienfahrten (Frau Meiermann, Frau Rogge)
  • Architekturfahrten (Herr Eltze)
  • Museumsbesuche (Herr Klemens)
  • Konzerte (Frau Meiermann, Frau Rogge), Filmabende (Herr Dr Steiger)
1999  Der Verein feiert den 100. Geburtstag von Prof. Reichow mit einem Festakt im Vortragssaal des Sennestadthauses im Beisein der Familie Reichow. Weitere Programmpunkte sind eine Fotoausstellung im Bürgertreff des Sennestadthauses und ein historischer Spaziergang durch die Sennestadt mit Erläuterungen zu den Grundzügen der städtebaulichen Planung von Prof Reichow. (Betreuung und Beratung des Projektes: Herr Holst, Herr Eltze)
2000  Auf Vorschlag von Herrn Thermann wird eine neue Veranstaltungs-Reihe: „ Sennestadt – Gestern – Heute und Morgen“ gestartet, in der er Sennestädter Mitbürger, die sich in Sennestadt engagiert haben, zu ihrer Person und ihren Gedanken zu Sennestädter Problemen befragt.
ab 2003 hat Herr Burkamp die Gesprächsführung unter dem Titel „Sennestädter Gespräche“ übernommen
 
Ja, und da wäre zum Schluss noch ein nicht enden wollendes Thema „Das Heimathaus
 
Begonnen  hat dieses Thema schon 1983 in der ersten Vorstandssitzung des neu gegründeten Vereines. Hans Vogt schlug vor, einen Kotten an geeigneter Stelle in zentraler Lage wieder aufzurichten. Ein guter Freund habe ein Ständerwerk eingelagert und würde es den Sennestädtern zur Verfügung stellen. Es folgen endlose Verhandlungen um einem passenden Standort zu finden.. Bedenkenträger bei jedem Vorschlag. Als dann eine Lösung gefunden war, stand der Kotten nicht mehr zur Verfügung.
Zweiter Anlauf: Eine Heimatstube und Archivräume in einem Neubau im neuen Zentrum.
Dieses Projekt scheitert, als der Baukostenzuschuss der Sennestadt GmbH für Infrastrukturmaßnahmen im Zentrum gebraucht wurde.
Dritter Anlauf: Dieckhof an der Sprungbachstraße. Die Stadtwerke sind unter Auflagen bereit, das Gebäude nicht abzureißen und es dem Verein zu überlassen. Leider stellte sich heraus, dass die Bausubstanz nicht erhaltenswert war.
Vierter Anlauf: Schüttenhof. Die Stadtwerke sind bereit, das Haus dem Verein zu schenken und den fachgerechten Abbau zu bezahlen, so dass das Haus an geeigneter Stelle (Ramsbrockring) wieder aufgebaut werden könnte. Dass Haus wurde so kostengünstig abgebaut und in einer Scheune in Eckardtsheim eingelagert, dass noch eine gewisse Summe für den Wiederaufbau zurückgelegt werden konnte. Die Bauvoranfrage wurde positiv beschieden .
Ein Architektenentwurf für die Errichtung des Heimathauses lag vor, Es gab eine vertrauliche mündliche Zusage für einen ansehnlichen Zuschuss durch die NRW Stiftung. Vor der entscheidenden Sitzung des Vergabegremiums stirbt der entscheidende Förderer unseres Projektes, der Kultusminister Schwier, bei einem tragischen Unfall. Unser Antrag wird abgelehnt.
Fünfter Anlauf: Abermals bei der NRW – Stiftung; auch dieser Antrag wird abgelehnt
Diesmal mit der Begründung: Ein translozierter Bau wird satzungsgemäß nicht bezuschusst.
Dies war für uns ein völlig neues Argument, es bleibt unklar, warum dies nicht schon bei Antragstellung mitgeteilt worden war.
Sechster Anlauf: steht bevor, aber das ist nicht Teil meines Rückblicks.
Sie sehen, es gibt noch viel zu tun.

Diese Seite wurde zuletzt am  13. Mai 2008   aktualisiert
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