Eröffnung des Bullerbachtalweges am 2. August 2012
Dies ist der Inhalt des Handzettels, der den Wanderern mit der Anmeldung übergeben wurde
 
Was ist der Bullerbachtalweg?
Es ist ein offizieller regionaler Wanderweg, der entlang des Bullerbachs eine Verbindung zwischen dem Teutoburger Wald und dem östlichen Münsterland schafft.
Er hat die Bezeichnung „Raute 3“ erhalten – mit der Zusatzbezeichnung „Bullerbachtalweg“. Seine genaue Länge ist 7,9 km. Zwischen den Endpunkten liegt eine Höhendifferenz von 100 Metern. Diese Endpunkte sind:
  • der Wanderparkplatz „Eisgrund“ an der Lämershagener Straße an einer Passstelle des Südkamms des Teutoburger Waldes
  • und Gut Wilhelmsdorf in der sog. "Unteren Senne".

Der Bullerbachtalweg kann in beiden Richtungen gewandert werden. Seine Endpunkte sind gut mit moBiel-Buslinien erschlossen (Linien 135 und 37). Da der Weg mitten durch Sennestadt führt, kann man auch zwischendrin in den Bus steigen.

Wie der Bullerbachtalweg verwirklicht wurde
Der neue Wanderweg ist ein Werk des Sennestadtvereins. Unser Arbeitskreis Ortsbildpflege ergriff 2009 die Initiative und legte einen Entwurf vor. Diesen Entwurf nahmen wir 2010 bereits in unser Wanderbuch „Wandern in und um Sennestadt“ mit auf. Danach hatte sich der Sennestadtverein
  • mit der Stadt Bielefeld und
  • mit der Forstbehörde abzusprechen.
  • Wir berieten mit dem Teutoburger-Wald-Verein (TWV),
  • auch war die Genehmigung von drei privaten Flächeneigentümern einzuholen, über deren Grundstücke unser Weg läuft.

Bei all den Genannten erhielten wir freundliche Unterstützung; besonders wertvoll war die praktische Unterstützung des TWVs. Für die Markierung des Weges in beiden Richtungen bildeten wir ein Team aus dem Kreis unserer Wegemarkierer:

  • Thomas Kiper,
  • Werner Klemme,
  • Wilhelm Klinkhammer,
  • Marianne Stülpe

setzten Anfang des Sommers die Pfähle und brachten an Bäumen und Masten 200 Aluplättchen mit den Wanderwegzeichen an. Die Wiese zwischen Fliednerweg und Unterführung unter der A33 wurde mehrfach mit der Sense gangbar gemacht. An dieser Stelle soll der Bullerbachtalweg absichtlich ein naturbelassener Trampelpfad bleiben.
Betonen möchten wir, dass der Bullerbachtalweg komplett in ehrenamtlicher Arbeit verwirklicht wurde. Auch wurden keine öffentlichen Finanzmittel beansprucht. Seitens der Stadt erhielten wir allerdings erfreulicherweise die Druckkosten für die etwa 200 Aufkleber ersetzt, die den Weg markieren.
Der Vorstand des Sennestadtvereins dankt ausdrücklich

  • allen Aktiven unseres Vereins
  • sowie den Helfern des TWV für ihr Engagement
  • sowie der Stadt
  • und den privaten Eigentümern für ihre Hilfe und ihr Entgegenkommen.
  • Dem Bio-Hof-Laden Gut Wilhelmsdorf für die Erlaubnis, das Schild für den Start- und Endpunkt anzubringen.
Was kann man auf dem Bullerbachtalweg erleben?
Das Erlebnispotential des Bullerbachtalwegs ist sehr groß. Das rührt zum einen daher, dass er drei ganz unterschiedliche Landschaften miteinander verbindet,
  1. nämlich das Kalksteingebirge des Südkamms des Teutoburger Waldes – gut zu erkennen an seinen Buchenwäldern.
  2. Danach führt der Weg durch die Obere Senne, deren Hauptmerkmale Dünen und die tief eingeschnittenen Quelltäler der Sennebäche sind. Mit der Quelle des Bullerbachs und seinem 10 Meter tief, schluchtartig eingeschnittenen Quelltal bietet der Bullerbachtalweg dieses Hauptelement der Oberen Senne in beeindruckender Ausprägung.
  3. Bald nimmt die Höhe des Taleinschnitts ab. Der Bach führt dann in die dritte Landschaft, die Untere Senne. Hier fließt der Bach ebenerdig durch die Wiesen.

Auf dem Bullerbachtalweg wandert man aber nicht nur durch sehr unterschiedliche Naturlandschaften, sondern trifft auf viele Elemente der Kulturlandschaft, und zwar aus unterschiedlichsten Epochen:

  • So die Urbarmachung der Unteren Senne in Wilhelmsdorf durch die erste Arbeiterkolonie Ende des 19. Jahrhunderts.
  • Mit zwei Autobahnen, der Senne-Bahn, der Paderborner Straße und dem Senner Hellweg überquert der Wanderer die großen Verkehrsachsen des ausgehenden Mittelalters, des Eisenbahnbooms um 1900 und des (fast) alles verschlingenden Autoverkehrs des 20. und 21. Jahrhunderts.
  • Typische Zeugnisse der bäuerlichen Kulturlandschaft sind die beiden Mühlen und Mühlenteiche am Bullerbach.
  • Wenige Meter später tauchen typische Siedlungselemente der Reichowstadt auf, die Reihenhäuser und Punkthochhäuser, die Spielplätze, die öffentlichen Einrichtungen auf ihren privilegierten Plätzen im oder am Bullerbachtal. Darunter das Sennestadthaus an der Stelle, wo ab 1500 Bauern siedelten – die Lindemanns, die dem heutigen Platz ihren Namen geben. Sie nutzten das Wasser des Bullerbachtals vielfältig. So verbreiterten sie beispielsweise das Tal, um ebene Wiesenfläche zu schaffen.
  • Wenn man an der Quelle vorbei ist und den Spiel- und Sportbereich durchquert, so mag man sich wundern, dass der leichte Anstieg vorübergehend unterbrochen wird. Wo es jetzt flach ist, erhob sich bis vor 75 Jahren ein Dünengürtel. Seine Sandmassen bilden heute die Rampe der Autobahn A2 hoch zum Teutoburger Wald.
  • Und dann liegen da noch am Wegrand die Mordsteine, das Alten- und Pflegeheim Frieda-Nadig-Haus, ein Wasserrückhaltebecken.
  • Und, und, und…

Die Fülle dessen, was man entdecken und erleben kann, ist wirklich so groß, dass wir das nicht in einer kurzen Ansprache aufführen können. Wer mehr erfahren will,

  • der wandere mit dem Sennestadtverein
  • oder mache mit mit im Arbeitskreis „Natur und Wandern“.
  • Und der kaufe sich: „Wandern in und um Sennestadt“ für 6,80 Euro.